Blog News

Familie Engelmann in Bolivien

Nun liegt er im Krankenhaus ...

Fieberhaft übten die Musikschüler auf den Vorspielabend am 28. Juli hin. Es sollte unser zweites öffentliches Programm sein und wir hatten schon fleißig Werbung gemacht. Die Bolivianer hatten wir vorsichtshalber eine halbe Stunde früher eingeladen.

Wendy und einige Frauen der Gemeinde bastelten schon im Vorhinein die Hintergrunddekoration und backten Kekse für das anschließende Miteinander. An dem Sonntagnachmittag lief alles ein wenig hektischer als sonst. Am Morgen konnten wir die beiden Männer nicht mehr erreichen, von denen wir letztes Mal die ganze Tontechnik ausgeliehen hatten. Wir hatten schon die Hälfte der Ausleihgebühr bezahlt. Am Ende gab es keine Technik, aber die Lautstärke war trotzdem in Ordnung.

musikkonzert
Foto: Die Fotos sind leider etwas dunkel geworden, da nur die Hälfte der Beleuchtung funktioniert hat.

Der Abend selbst verlief sehr positiv. Die Musikschüler waren gut vorbereitet und es war ein Genuss zuzuhören. Wendy führte souverän durch das Programm und sagte bei jedem Stück etwas zum Hintergrund der Musik. Es waren über 10 Gäste da, hauptsächlich Verwandtschaft. Nach dem Konzert konnte man noch zum Kekse-Essen und Maracujasaft-Trinken länger bleiben. Das war für uns eine gute Möglichkeit, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen.

Manche von ihnen hatten wir noch nicht wirklich kennengelernt. Etliche waren so angetan von der Musik, dass sie selber gerne Unterricht haben wollten. Somit hat Wendy nun jede Woche 24 Studenten. Das ist auch ihre Kapazitätsgrenze. Sogar unser bolivianischer Nachbarjunge bekommt jetzt seinen ersehnten Gitarrenunterricht!

Allerdings gab es auch einen Schicksalsschlag an diesem Abend – nur eine Stunde vor Beginn des Konzertes. Ein junger Bruder aus unserer Gemeinde war mit seinem Motorrad auf dem Weg nach Hause, als ihm ein Hund in den Weg lief. Dem Hund passierte nichts, aber das Motorrad kam ins Schleudern und fiel auf unseren Glaubensbruder. Er konnte sich nicht mehr bewegen und brauchte Hilfe, um das Motorrad von sich wegzuheben. Zusätzlich zum Blut im Gesicht und an den Armen, merkte er einen starken stechenden Schmerz in seinem linken Bein. Er konnte es nur noch unter größten Schmerzen bewegen. Später stellte  sich heraus, dass beide Unterschenkelknochen gebrochen waren. Gott sei Dank war seine jüngste Tochter nicht auf dem Motorrad dabei gewesen. Sie hatte  mit Papa in die Stadt fahren wollen, aber Mama hatte "Nein" gesagt.

Nun liegt er im Krankenhaus in Santa Cruz. Die  Operation ist gut verlaufen und er hat jetzt eine Menge Metall im Bein. Bei meinem Besuch  in seinem Krankenzimmer sagte er mir, dass es ihm verhältnismäßig gut geht. Der chirurgische Eingriff kostet ca. 3.500 US Dollar, was für seine Familie nicht bezahlbar ist. Zusätzlich muss morgen seine Frau an den Mandeln operiert werden. Das war geplant! Da kommen dann noch mal 1.500 US Dollar dazu. Alles Geld, das sie nicht haben. Und es trifft gerade diejenigen, die am wenigsten von allen haben!

Eine weitere Hiobsbotschaft bekam er dann heute: Drei Monate lang darf er das Bein nicht belasten. Man muss verstehen, dass die meisten hier vor Ort als Selbstständige arbeiten. Das bedeutet, seine Familie hat in dieser Zeit  kein Einkommen. Unsere Gemeinde und die Geschwister vor Ort helfen, wo sie können. Wir sind gerade am Organisieren, wo wir günstig einen Rollstuhl und Gehhilfen herbekommen. Sein Zuhause ist immerhin barrierefrei.

Wir hören in diesem Viertel in der Sabbatschullektion viel von den Armen und Schwachen, die Hilfe brauchen. Wir hören davon, dass es immer wieder Schicksalsschläge geben wird, damit wir die Möglichkeit haben, aus unserer Fülle heraus geben zu können. Ich habe schon die Gemeinde hier gefragt, wo wir denn solche Leute unter uns haben. Und nun haben wir hier einen konkreten Fall in unserer Gruppe in San Ramon.

Wenn du dich angesprochen fühlst, diese Familie finanziell zu unterstützen, kannst du dies unter der Bankverbindung der Baden-Württembergischen Vereinigung tun:

Freikirche der STA in BW KdöR
Stuttgarter Bank: IBAN DE79 6009 0100 0227 3910 12
Verwendungszweck: „Bolivienprojekt Nothilfe“

Danke auch für eure ständigen Gebete für uns und jetzt auch für diese Familie!

Unsere Geschwister äußern immer wieder, dass sie sehr dankbar sind für die Solidarität aus Deutschland. Diesen Dank gebe ich gerne an euch weiter!

Es gäbe noch vieles zu erzählen von meiner letzten Reise in eine nahegelegene Kolonie: Bibelstunden über Daniel 7 und den Sabbat, Absagegebet und überraschende Anfragen von mir Unbekannten, sie zu besuchen. Gott tut weiter Türen auf, auch wenn die Erde hier immer noch sehr hart ist! Aber Gott ist im Stillen am Arbeiten und ich freue mich schon, was er noch so alles mit uns hier tun möchte.

Danke für eure großartige Unterstützung!

Gebetsanliegen:

  • Gesundheit und Besserung für die oben erwähnte Familie
  • Ein Hunger nach Gottes Wahrheit in den Mennonitenkolonien
  • Das der Heilige Geist hier machtvoll durch uns wirkt
  • Das unser Container mit all unseren Sachen gut durch den Zoll in Bolivien kommt
  • Und ganz viel Weisheit von oben für die großen und kleinen Entscheidungen