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Familie Engelmann in Bolivien

Kleine Engel und junge Schafhirten geben alles

Es war kurz vor 18 Uhr am 23. Dezember. Gespannt warteten wir darauf, wer an diesem Abend zu unserem Weihnachtskonzert kommen würde. Nach und nach füllten sich die Reihen im katholischen Gemeindehaus am Hauptplatz von San Ramón.

Aber wie kam es überhaupt dazu, ein Konzert in einem katholischen Gemeindehaus am 23. Dezember durchzuführen?

floetenspiel

Schon zu Beginn unseres Musikunterrichts mit unseren Kontakten und Freunden war klar, dass wir auch die Familien dahinter erreichen wollen. Zusätzlich sollten die Musikstudenten lernen, etwas öffentlich vorzutragen. Beides führte dazu, dass wir für Ende des Jahres einen Vorspielabend planten. Der Gedanke kam auf, das Ganze mit Weihnachten zu verbinden, da auch hier die Leute in dieser Jahreszeit offener für biblische Inhalte sind. Weil die Leute erfahrungsgemäß am Sonntag, den 23. Dezember, mehr Zeit haben als am nächsten Tag, legten wir den Termin auf diesen Abend. Dann machten wir uns auf die Suche nach einem Veranstaltungsort, da wir momentan selber kein eigenes Gemeindegebäude haben und an einem Mehrzweckgebäude bauen – aber davon mehr im nächsten Newsletter. Somit suchten wir nach einem Ort für mindestens 100 Leute. Der einzige Ort, der sich anbot, war das katholische Gemeindehaus, das man für öffentliche Veranstaltungen mieten kann. Letztlich bekamen wir das Okay, brauchten jedoch zusätzlich eine Verstärkeranlage, die wir samt Bedienpersonal fanden. Sie funktionierte für bolivianische Verhältnisse erstaunlich gut. Auch ein Segen von oben!

Schon bald entstand die Idee, passend zum Thema Weihnachten ein kleines Anspiel zu gestalten. Aus dem „kleinen“ Anspiel wurde eine „große“ Vorbereitung dafür ... Wendy schrieb ein Anspiel auf Deutsch und Spanisch. Requisiten wurden erstellt und Kostüme genäht. Kamele, Esel, Schafe und Hühner wurden gebastelt. Ein mennonitischer Freund baute sogar kostenlos für uns einen richtigen kleinen Stall mit Dach! Und parallel dazu arbeiteten alle Musikschüler ganz fleißig an ihren Stücken. Manche Musikstücke musste Wendy noch mal umschreiben, um sie zu vereinfachen. Denn Ziel war es, dass wirklich alle etwas musikalisch beitragen konnten. Auch die deutsche Baugruppe, die am 19. Dezember zu uns kam, übte spontan bei den Chorstücken mit. Es sollte unser erster öffentlicher Abend werden, und wir waren natürlich alle gespannt, was passieren würde.

Kurz nach 18 Uhr ging es mit dem Programm los Vorher wurde es noch mal richtig hektisch mit der Generalprobe, dem ganzen Aufbau und den letzten Vorbereitungen. Aber wir legten alles unter Gebet in Gottes Hände und wussten, dass Gott jetzt etwas Besonderes draus machen würde.

Die Musikschüler waren sehr aufgeregt und manche mussten schon sehr ermutigt werden, ihr Stück vorzuspielen. Ich saß ganz vorne, weil ich mit Willi zusammen durchs Programm führte. Ich erinnere mich noch an das mennonitische Mädchen, das am Klavier saß. Sie hatte im letzten halben Jahr sehr gute Fortschritte gemacht. Aber beim Vorspielen zitterten ihre Hände so sehr, dass ich schon Sorge hatte, sie würde es nicht bis zum Ende schaffen. Aber Gott ist gut und sie konnte alles erfolgreich abschließen. Die Mütter der Kinder hatten im Vorhinein viel mitgeholfen und unterstützten die Kinder beim Umkleiden und Vorbereiten hinter den Kulissen. Selbst der kleine Danilo meisterte seine Rolle als Schafhirte ganz gut und die kleine Odelia glänzte und strahlte als Engel mit ihren blonden Haaren.

engel odelia

Foto: Odelia als Engel.

schafhirten

Foto: Danilo als einer der Hirten (vorne links).

Der Höhepunkt des Abends war für mich das „Gloria“ (Hört der Engel Chor steigt nieder), in dem Angelina mit dem Klavier anfing, die Kinder danach eine englische Strophe sangen und der Gemeindechor mit der deutschen Gruppe zusammen nochmal zwei deutsche Strophen draufsetzte. Am Ende besuchten 70 Leute das Konzert, davon 30 Gäste. Nach dem Programm gab es noch selbst gebackene Plätzchen und kleine Geschenke für die Kinder. Wir hatten noch Zeit uns mit den Gästen zu unterhalten. Manche von ihnen sah ich zum ersten Mal, und sie lernten die Adventisten zum allerersten Mal kennen. Eine Mennonitin erzählte mir, wie schön das Programm war und wie traurig sie war, als es endete. Sie sagte mir, dass sie auch sehr gerne singen würde. Da habe ich sie gleich spontan eingeladen, zu unserem Gemeindechor zu kommen.

Alles in allem sind wir unserem himmlischen Vater sehr dankbar für das gute Gelingen dieses Abends. Und wir sind schon gespannt, wie es weitergehen wird. „Mit geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.“ (Kol 3,16)

Gebetsanliegen:

  • Für den weiteren guten Fortschritt unserer Musikschule
  • Tina Giesbrecht ist sehr krank und braucht unsere Gebete
  • Ein Hunger nach Gottes Wahrheit in den Mennonitenkolonien
  • Das der Heilige Geist hier machtvoll durch uns wirkt
  • Das unser Container mit all unseren Sachen gut durch den Zoll in Bolivien kommt
  • Und ganz viel Weisheit von oben für die großen und kleinen Entscheidungen