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Familie Engelmann in Bolivien

Das erste Abendmahl

Ihr Lieben,

wir möchten uns mal wieder bei euch melden. Wir sind gerade wieder mal auf dem Weg nach Santa Cruz von einem schönen und gesegneten Wochenende in San Ramón. Dort durften wir am vergangenen Sabbat unser erstes Abendmahl gemeinsam feiern.

Während die Temperaturen bei euch hoffentlich etwas wärmer werden, kehrt der Herbst hier bei uns mit etwas kühlerem Wetter ein. Da haben wir auch nichts dagegen. Uns geht es soweit gesundheitlich gut. Wendy und die Kinder waren mal kurz erkältet – trotz der heißen Temperaturen. Und natürlich die Verdauung spielt des öfteren verrückt. Aber so ist das in solchen Ländern.

Bolivien hat ca. 10 Millionen Einwohner, wobei mehr als die Hälfte in Städten wohnt. Der Rest des Landes ist mehr oder weniger dünn besiedelt. Eine der größten Städte hier ist Santa Cruz de la Sierra, Sitz unserer Vereinigung „Mision Oriente Boliviano“. Hier wohnen wir auch für die ersten Monate, bis unser kleines Haus in San Ramón fertig renoviert ist und wir die wichtigsten Papiere für unseren Aufenthalt erledigt haben. Die Menschen hier sind in der Regel recht freundlich und hilfsbereit, wobei sie immer hoffen, etwas von dir zu bekommen. Viele Bolivianer denken nämlich, dass man viel Geld haben muss, einfach weil man eine weiße Haut hat. So versucht man, auf dem Markt, im Verkehr oder an anderen Orten „die weiße Kuh“ zu melken. Gerade in Geldfragen muss man hier besonders aufpassen.

Jetzt ein paar Fakten zur Adventgemeinde hier. Der bolivianische Verband besteht aus 3 Missionen (vergleichbar mit unseren Vereinigungen): eine im Westen mit Sitz in La Paz (Hauptstadt von Bolivien), eine im Zentrum und eine im Osten (das ist unsere). Insgesamt gibt es 1.129 Gemeinden und Gruppen in ganz Bolivien mit 116.480 getauften Adventisten. Davon sind 284 Gemeinden und Gruppen innerhalb der Ostbolivianischen Mission/Vereinigung mit einer Mitgliederzahl von 30.421 Adventisten. 70% der Gemeinden und Gruppen sind kleiner als 100 Mitglieder. Dazu gehören wir. Aber wir haben viel vor für die Zukunft.

In den letzten Jahren hatten sich die deutschen Geschwister immer in einem gemieteten Haus als Ort für unsere geistlichen Zusammenkünfte getroffen. Das Dach wurde aber immer schlechter und die Eigentümerin wollte nichts mehr daran machen. Dadurch breitete sich immer ein modriger Geruch und Schimmel an den Wänden im Haus aus. Am Ende fiel sogar ein Teil der Deckenverkleidung herunter. Gott sei Dank, dass in dem Moment die Kinder nicht dort gespielt haben! Somit haben wir beschlossen, aus dem Gebäude rauszugehen und uns ab sofort in den Häusern der Geschwister zu treffen. Das fühlt sich an wie in der Urgemeinde, wo man sich auch zuhause bei den Gläubigen getroffen und dort Gott angebetet hat. Wir bleiben auch immer zum Mittagessen beisammen und haben dann am Nachmittag meistens noch ein kurzes Programm. Alles in allem eine sehr familiäre Atmosphäre!

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Foto: Hier hat sich die kleine deutsche Gemeinde in San Ramón in den letzten Jahren getroffen. Zuletzt kam ein Teil der Deckenverkleidung herunter ...

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Foto: Das ist unsere deutsche Hausgemeinde in San Ramón! Alwin sitzt vorne im roten Hemd.

Gott ist hier verstärkt am Wirken. Eure Gebete kommen an und bewirken Großes! Vielen Dank dafür! Stellvertretend für die Geschichten, die wir hier erleben, möchte ich euch von Alwin erzählen. Er ist ein Bruder einer unserer Glaubensschwestern. Eigentlich kommt er aus einer Familie, in der der Vater der geistliche Vorsteher der Kolonie ist. Aber davon merkte man zuhause nicht viel. Alwin rutschte durch Alkohol und falsche Freunde immer mehr in die Drogenszene ab. Er war schon mehrmals in einem Erziehungsheim für Suchtkranke. Eines Abends stand er plötzlich vor der Tür einer unserer Glaubensgeschwister. Er brauchte dringend Hilfe und konnte auch nicht mehr zurück in die Kolonie, wo er sofort wieder auf die falsche Bahn gekommen wäre. Martin und Nansi nahmen ihn gleich mit zur Andacht in der Gemeinde. Daraufhin blieb er bei Martin wohnen und kam immer wieder zu unseren geistlichen Treffen mit.

Vor 2 Wochen am Sabbat hatte er überhaupt keine Lust mehr in den Gottesdienst mitzukommen. Er sagte: „Ich mag diese Deutschländer nicht. Ich will sie nicht mehr hören!“ Man merkte den geistlichen Kampf, denn der Teufel merkte, dass der positive Einfluss für Alwin zu groß wurde. Aber er kam dann letztlich trotzdem mit. Wir hatten Abendmahl. Er machte nicht mit, aber er schaute zu. Das war sein erster adventistischer Abendmahlsgottesdienst.

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Foto: Hier ein Bild von unserem Abendmahl. Der Traubensaft wurde selbst gepresst. Das große Brot auf dem Tisch ist nur Dekoration. Aber die Mennoniten wissen, wie man gutes Brot backt!

Am Abend waren wir als Gemeinde auf einem Evangelisationsvortrag von Bruno Raso (Abteilungsleiter in der Südamerikanischen Division). Zuerst wollte er nicht mehr zuhören und ging raus. Aber einige Geschwister sprachen mit ihm und er ging dann wieder zum Vortrag rein. Am Schluss machte Bruno Raso einen Aufruf und nach einigem Überlegen ging er mit seinem Schwager Martin nach vorne – was für ein Wechsel an einem Tag! Wir denken, dass er okkult belastet ist und suchen nach einer guten Gelegenheit, mit ihm ein Absagegebet durchzuführen. Bitte betet für ihn und für Freiheit in seinem Leben! Das ist ein Beispiel für die geistlichen Herausforderungen, die wir hier haben. Aber Gott ist stärker und ER hat noch viel hier vor!

Vielen Dank, dass ihr uns unterstützt und unser Projekt im Gebet begleitet!

Wer jemanden kennt, der auch diesen Newsletter in Zukunft erhalten möchte, kann mich unter anschreiben. Ich setze die Person dann auf die Verteilerliste.

Gebetsanliegen:

  • Ein Hunger nach Gottes Wahrheit in den Mennonitenkolonien
  • Dass der Heilige Geist hier machtvoll durch uns wirkt
  • Dass unser Container mit all unseren Sachen gut durch den Zoll in Bolivien kommt
  • Dass Gott uns hilft, ein zuverlässiges und günstiges Allradfahrzeug zu finden
  • Und ganz viel Weisheit von oben für die großen und kleinen Entscheidungen

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Foto: Wir mussten neulich betonieren – dabei hatten unsere Kinder auch ihren Spaß!